Verfasst von: kirstin1309 | Februar 7, 2009

Febrero en Uruguay

Febrero en Uruguay

Freitag, 06.02.2009

So, mittlerweile hat die Arbeit wieder Angefangen und es gibt auch einiges zu berichten. Nach Rio de Janeiro bin ich ja im Januar noch drei Tage an den Amazonas geflogen. Unglaublich, sage ich euch! Wir haben Kaimane gesehen und während der Regenwald-Trekking-Tour sind wir auch Vogelspinnen begegnet. Blöd nur, dass ich unter akuter Arachnaphobie leide. Ich bekomme bei Spinnen einfach nur Panik. Es war trotzdem toll. Wir haben auch einen Tukan gesehen, den Nationalvogel Brasiliens. Auch ein freies Arapärchen. Es ist faszinierend diese Vögel in freier Natur beobachten zu können. Auf der Heimfahrt von Manaus nach Montevideo hatte ich dann leichte Probleme, weil es in Manaus anscheinend nur ganz wenige Banken gibt, die internationale Kreditkarten annehmen. Und das die Leute nur portugiesisch sprechen, half mir nicht unbedingt weiter. Ich habe dann Hilfe von dem Concierge eines Vier-Sterne-Hotels bekommen. Ich werde ihm für immer dankbar sein. Doch dann hatte ich immer noch 10 Stunden am Flughafen tot zuschlagen. Es ist NICHT amüsant.Heil wieder hier angekommen ist Rodrigo auch schon am gleichen Abend für zwei, drei Monate nach Buenos Aires gefahren. Zur Zeit bin ich also allein mit Shandra (falls ihr es nicht mehr wisst, das ist die Mutter). Am Donnerstag nachdem ich wieder gekommen bin, hatte ich dann noch spontan eine weitere Reise gebucht. Und zwar zu den Wasserfällen in Iguazu. In dem Dreiländer-Eck befinden sich 2,7km an Wasserfällen mit mehr als 200 einzelnen Fällen. Ich habe also am folgenden Montag mit einer Reisetour die 20 Stunden Busfahrt nach Cataratas bewältigt. Wir haben dort drei Nächte in einem Hotel auf der brasilianischen Seite verbracht. Angeschaut haben wir uns sowohl die argentinische als auch die brasilianische Seite der Fälle, den Vogelpark, eine typisch brasilianische Show, die Cuidad del Este in Paraguay und, auf der Fahrt zurück, die Minen von Wanda und die Ruinen der Jesuiten. Es war grandios!! Ich habe so viele nette und vor allem auch interessante Leute kennen gelernt. Wichtig ist auch, dass mich der letzte Monat in meinem spanisch sehr viel weiter gebracht hat. Ich hatte praktisch den ganzen Januar über niemanden mit dem ich deutsch oder englisch hätte sprechen können. Wieder hier, musste ich am Dienstag erstmal ins Krankenhaus. Wie sich herausstellte in den 6½ Stunden, die wir dort verbracht haben, habe ich eine Allergie gegen die Gelbfieberimpfung entwickelt, die ich Ende November bekommen hatte. Getriggert wurde die Allergie anscheinend durch die Hitze in Argentinien. Wir hatten es zwischendurch bis zu 38°C. Mittlerweile geht es mir aber dank der ganzen Medikamente wieder gut. Dafür wurde mir gestern Abend meine Tasche geklaut. Ich war mit Lou, Teresa und ihrem Freund, Miriam und Marc essen. Vorher waren einige von uns noch im Kino gewesen und ich hatte auch noch ein paar Besorgungen in der Stadt gemacht. Meine Handtasche hatte ich über meine Stuhllehne gehangen, wie ich es sonst auch immer mache. Sie war zwischen zwei Stühlen eingeklemmt. Ich hatte den ganzen Abend immer wieder kontrolliert, ob sie noch da war, den in dem Restaurant/Bar war durch den Karnevalsumzug ziemlich viel Betrieb. Sie muss mir also während der Viertelstunde, während der ich mich aufs Essen konzentriert hatte, gestohlen worden sein. Drin waren meine Kreditkarte, mein Personalausweis, meine uruguayische Gesundheitskarte, meine Schlüssel, ein Pullover, die Sachen, die ich mir gekauft hatte, meine Brille und Sonnenbrille und noch diverse andere Sachen. Wir sind dann erstmal alle zu Miri gegangen, weil sie am nächsten wohnt. Von dort aus habe ich dann direkt meine Karte sperren lassen. In der Stunde, es war schon nach Mitternacht, hat die Karte wohl keiner benutzen können. Es sind im Endeffekt keine wirklich wertvollen Sachen weg gekommen. Das teuerste in der Tasche war meine Brille. Glücklicherweise hatte ich es verplant, früher am Tag noch zu Bank zu gehen und das Geld für die nächsten zwei Monate abzuholen. Ich hatte mich den ganzen Abend darüber aufgeregt, weil ich das Geld am Montag brauche. Im nach hinein bin ich froh darüber. Es ärgert mich nur, dass ich mit einigen Sachen viel emotional verbunden habe. Das Schlüsselband zum Beispiel war ein Abschlussgeschenk aus Amerika. Es ist Unwahrscheinlich, dass ich es ersetzen kann. Und die Tasche hatte ich mir jetzt erst in Brasilien gekauft. Aber am schlimmsten an der ganzen Sache ist, das ich mich jetzt unsicher fühle. Ich habe mich immer relativ sicher in Montevideo gefühlt. Wäre mir so etwas im Urlaub passiert, wäre es nicht so schlimm für mich, aber ich muss hier jetzt noch ein halbes Jahr leben und auf einmal kommt es mir vor wie eine Ewigkeit.

Samstag, 28.02.2009

Mittlerweile geht es mir wieder besser. Das Seminar nach sechs Monaten liegt nun schon hinter uns. Dazu waren wir wieder in La Floresta und ich muss sagen, dass mir das Haus im Sommer wesentlich besser gefällt. Negative Seiten zuerst. Wir wurden direkt am ersten Abend ausgeraubt. Zwei komplette Rucksäcke und mehrere Handtaschen. Von mir diesmal glücklicherweise nichts, trotzdem war es schwer, weil jetzt gleich fünf Leute sich genauso unsicher gefühlt haben, wie ich. Die Diebe sind vor allem ein enormes Risiko eingegangen. Sie sind über das Dach eingestiegen, als 12 Leute unten im Haus am Essen waren. Es sind sogar einige während des Essen nach oben gegangen. Sie hätten nur irgendwie in einander laufen müssen und schon wäre alles verloren gewesen. Sie hatten ungeheures Glück. Das andere ist einfach, dass diese Seminare immer gleich sind. Über die meisten Themen haben wir schon auf dem Vorbereitungsseminar in Deutschland und auf dem Anfangsseminar in Uruguay geredet. Ich weiss ja, dass es Standard ist, trotzdem… Schön war auf jeden Fall, dass wir gutes Wetter und den Strand direkt vor der Haustür hatten. Zudem wurde das Seminar dadurch noch interessanter, dass noch zwei Freiwillige aus Argentinien da waren. Sie sind die einzigen von ihrer Organisation in Argentinien und haben deswegen an unserem Seminar mit teilgenommen. An dieser Stelle ganz liebe Grüße an Cristobal und Helene. Dann sind auch noch zwei neue Teilnehmer aus Deutschland angekommen. Ich glaube, es war für sie besser, dass sie Erfahrungen aus erster Hand bekommen haben. Schön war auch, dass wir genügend Freizeit hatten um am Strand zu liegen, uns zu unterhalten oder auch um irgend was zusammen zu spielen. Wir haben zum Beispiel ein uruguayisches Partykartenspiel kennen gelernt, dass sich Chancho (Schwein) nennt. Die Zeit vergeht wirklich schnell. Nur noch 22 Wochen und ich bin wieder in Deutschland. Es macht mich traurig daran zu denken, dass ich all die Menschen, die ich hier lieb gewonnen habe, nicht mehr sehen werde. Letzte Woche war sehr schwer für mich. Meine Oma ist gestorben und ich konnte nicht bei meiner Familie sein. Ich habe für eine kurze Weile daran gedacht, den Freiwilligendienst zu beenden, doch mir ist klar geworden, dass das auch nichts geholfen hätte. Meine Freunde haben mich zu sich eingeladen, damit ich nicht alleine trauern musste. Wir haben zusammen zu Abend gegessen, sie haben mich unterstützt und danach haben wir Popcorn gemacht und uns einen Film angeschaut. Den neuen James Bond. Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich ihn nicht mochte. Für mich hatte der Film nichts mehr mit dem James Bond Charakter zu tun. Es war nur noch Aktionfilm. Für mich ist es zwar immer noch schwer, dass ich in dieser Zeit nicht bei meiner Familie sein kann und nicht zur Beerdigung da sein konnte. So habe ich nicht die Chance, mich richtig zu verabschieden. Aber ich habe hier eine Kerze für sie angezündet damit sie weiss, dass ich an sie denke. Gestern Abend war die Geburtstagsparty von Lou und Teresa. Sie sind ja beide im Januar 20 geworden und haben aber erst jetzt Zeit gefunden, eine Party zu geben. War schon witzig.


Antworten

  1. Holaaa :)
    klingt super deine reise nach brasilien..
    bei den cataratas war ich auch und bei dein ruinen der jesuiten…

    total interessant deine berichtee..:)
    ich werd mich auch bei icja bewerben und hoffen für uruguay angenommen zu werden..!!!
    hast du irgendwelche tipps für die bewerbung??

    wünsch dir noch gaaanz viel spaß und tolle erfahrungen im schönsten land der welt..!

    besoooos


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