Dienstag, 08.06.2009
Scheußlich!! Es tut mir so Leid, dass ihr so lange nichts von mir gehört habt. Das ist das Böse am Alltag: Es passiert eigentlich nichts neues. Ich gehe immer noch im Centro und im Socat arbeiten, mache immer noch regelmäßig Sport und das Bussystem bringt mich immer noch auf die Palme.
Mal schaun, was ist denn wirklich passiert? Am Freitag, den 29.05 hatten wir eine Abschiedsparty für Martin und Giulia. Die beiden sind am 1. zurück gen Heimat geflogen. Die neun Monate waren um. Kaum zu glauben, dass die beiden jetzt schon wieder in ihren Familien sind. Ich freue mich auch schon riesig auf zu hause. Obwohl ich in diesem Jahr viel erlebt und viel gelernt habe. Naja, bei mir sind es auch nur noch 60 Tage ungefähr. Am 10. noch genau zwei Monate :O
Jetzt am Wochenende waren Teresa und ich am Samstag in Punta Carretas Shopping. Die größte Mall in Montevideo. Sie hat mich nicht umgehauen, weil sie einfach zu viele Geschäfte hat, die ich absolut nicht brauche. Danach war ich im Theaterstück vom Goethe-Institut, bei dem Lou mitgemacht hat. Es ging um die Sprache Esperanto und wie unterschiedlich Sprachen nicht gleichzeitig auch bedeutet, dass die Menschen komplett anders sind. Das Beste Beispiel war, als die Schauspieler die Geschichte von Rotkäppchen erzählt haben: Auf Spanisch, Deutsch, Italienisch und Französisch. Danach bin ich noch auf eine Geburtstagsparty von einer Freundin gegangen, die in Neptunia wohnt, ca. 1 Std außerhalb von Montevideo.
Am Sonntag bin ich dann wieder nach Hause gekommen und bin dann abends ins Theatro Solis gegangen. Es gab eine Aufführung von einer uruguayischen Gruppe. Ein Musical über eine Hass-Revolution in Uruguay. Die Musik war schön, aber die Geschichte fand ich nicht so toll.
Auf der Arbeit spielen alle Kinder zur Zeit verrückt. Schlagen sich dauernd, schreien rum und in den Talleres sind sie einfach nicht zu gebrauchen. Gestern war das zweite Mal in zwei Wochen, dass wir in dem Kurs von den Kleinen jemanden raussschmeißen mussten, weil es einfach nicht ging! Die Großen sind in ihrem Taller dagegen relativ ruhig und arbeiten gut mit.
Mehr gibts zur Zeit auch nicht. Ich fahre demnächst noch ein paar Mal weg und dann wars das auch schon. Noch sieben Arbeitswochen.
Montag, 29.06.2009
Noch genau sechs Wochen und ich bin wieder zu hause Ich kann es kaum glauben. Letztes Wochenende war ich in Buenos Aires. Am Freitag ging es los. Rodrigo und ich sind zuerst mit dem Bus von Montevideo nach Colonia del Sacramento gefahren. 2 ½ Stunden Fahrtzeit und danach eine Stunde Wartezeit auf die Fähre. Ich erinnere mich an das eine Schiffserlebnis, dass ich mit 10 oder 11 hatte. Ich war im Urlaub in Wales. Hin ging es mir einem Hoovercraft-Boot. Die, die auf dem Luftkissen über dem Wasser fahren. Man merkt also nichts vom Seegang und dergleichen. Zurück mussten wir dann aber mit der „Seacat“. Einem sehr viel kleinerem Boot. Und der Ärmelkanal war bewegt. Wie auch immer, die Fähre nach BA hat mich schwer daran erinnert und eines steht immer noch fest: Ich mag Boote nicht!! Dem Geräusch nach ähneln sie einem Flugzeug und wenn alles ruhig schaukeln sie wie ein Zug. Aber wenn die Wellen höher werden, ist es wie eine Achterbahnfahrt im dunklen.
Am Hafen wurden wir von Shandra, Roberto und Mariel abgeholt. Dann haben wir Mariel nach Hause gebracht und dann wurde mir die Stadt bei Nacht gezeigt. Das „Casa Rosada“ oder das rosafarbene Haus. Wie in Washington D.C. der Sitz des Präsidenten. Der Obelisk und die Avenida 9 de Julio, die Kathedrale, das Parlamentsgebäude, etc.
Danach sind wir etwas essen gegangen und zum Haus von Roberto und Shandra gefahren, welches etwas außerhalb der Innenstadt liegt. Angekommen hat schon ein schönes, warmes Zimmer auf uns gewartet und wir sind dann auch alle direkt ins Bett gegangen.
Am Samstag Mittag haben wir Sabrina vom Hafen abgeholt und sind danach direkt nach „La Boca“ gefahren. Das Gründungsviertel von Buenos Aires ist heute bekannt dafür, dass die Häuser noch aus Wellblech bestehen und generell alles bunt angemalt ist. Das Viertel ist natürlich sehr touristisch mit Tango an jeder Straßenecke, hat aber seinen eigenen Charme. Nach dem Mittagessen sind wir zum Friedhof gefahren, auf dem unter anderen Evita Perón begraben ist. Ein Friedhof mit eindrucksvollen Gruften von denen einige in sehr gutem und einige in sehr schlechtem Zustand sind. Was mir an dem Grab von Evita nicht gefallen hat ist, dass es mit Plastikblumen verziert ist damit das ganze Jahr über Blumen an der Gruft sind. So etwas muss nicht sein!
Nach dem Friedhof sind wir über eine Feria gegangen und danach haben wir einen neuen Mantel für Sabrina und ein Kleid für mich gesucht. Gefunden haben wir nichts bis wir zum Abendessen wieder nach Hause gefahren sind. Rodrigo ist auf halbem Wege ausgestiegen um sich noch mit Freunden zu treffen und wir haben im Haus noch zu Abend gegessen.
Am Sonntag sind wir früher los um zu wählen. Also, nicht ich, aber die anderen. Irgendwie hat das aber doch alles länger gedauert als gedacht, vor allem, weil Rodrigo und ich noch eine Hose für ihn und ein Kleid für mich ausfindig machen konnten, es dann aber noch Probleme bei der Bezahlung gab. Es wurden uns einfach mal 50 argentinische Pesos mehr berechnet.
Gegen drei Uhr waren wir dann bei Mariel zum Mittagessen. Sie wohnt im Viertel „San Telmo“, dem Tangoviertel von Buenos Aires, im 10. Stockwerk. Wir hatten dann gerade noch Zeit ein bisschen durch die Straßen zu schlendern, bevor wir wieder zum Hafen mussten. Um halb 11 waren wir wieder in Montevideo und ich war so froh, wieder „zu hause“ zu sein. Mir ist Montevideo viel lieber als Buenos Aires.
Das Wochenende davor, hat Miri ihren Geburtstags gefeiert. Mit ihren Mitbewohnerinnen und ein paar Freunden, gab es ein gemütliches zusammen sein. Miri stand den ganzen Tag in der Küche und hat ein richtig leckeres Essen gekocht. Dips und Snacks und Nudeln mit Pesto. Sehr gut.
Heute waren wir mit den jüngeren Kindern aus dem Centro im Zoo und im Planetarium. Es sind Schulferien und wir haben wieder Freipässe für die Busse. Es hat zwar den ganzen Tag geregnet oder war grau und feucht, aber die Kinder wollen raus. Lou und ich haben nach dem Zoo, während die Kinder im Planetarium waren, die Merienda besorgt. 4 Baguettes, die wir mit Erdbeermarmelade und Dulce de Leche bestrichen haben und zwei Liter Kakao. Später, beim einschenken der Milch war einer der beiden Beutel schon seit einem Monat abgelaufen. Wir also nochmal zurück und haben den Beutel umgetauscht. Aber so etwas macht mich richtig wütend. Die Kinder essen wie es ist schon viel zu wenig. Viele haben mit 13 Jahren die Statur eines 8-jährigen aufgrund fehlenden Essens und der Trottel von Verkäufer gibt uns abgelaufene Milch!!
Wir kamen kuz nach dem Bus aus Bella Italia in diesem Naturpark an. Fotos vom Ausflug gibt’s in Kürze. Vom Sammelpunkt an ging es los Richtung Fluss, der Anscheinen der größte Süßwasserlieferant Montevideos ist. 